Ich wurde am 9. Juli 1985 in Berlin geboren.

Meine Eiskunstlaufkarriere begann als ich fünf Jahre alt war. Nach zwei langen Jahren warten durfte ich endlich auf das Eis gehen. Das war der Anfang von einer langen und ereignisreichen Reise mit vielen Hochs und Tiefs.

Kurz nach meinem achten Geburtstag (1993) zog ich mit meiner Mutter und meiner Schwester nach England. Der Grund war die kürzliche Scheidung von meinen Eltern. Dort habe ich mein Training fortgesetzt, aber ich muss zugeben, dass es nicht so gut organisiert war wie in Berlin. Ich hatte nun kein Ballett oder Athletik mehr und nur noch eine, maximal zwei Stunden Eis am Tag, welche meistens früh am Morgen vor der Schule waren. Meine Trainerin zu der Zeit war Cath Barker. Sie brachte mir die doppel Sprünge bis zu doppel Lutz bei.

Im Alter von dreizehn wechselte ich Trainer und Eishalle, um bessere Trainingsbedingungen zu haben. Ich trainierte jetzt in Sunderland mit Simon und Debbie Briggs. Simon ist jetzt auch ein Technischer Spezialist und reist zu vielen internationalen Wettkämpfen während der Saison. Die Eishalle war ca. 40min weg und das Training begann jeden Morgen früh um 6:15 Uhr. Dies bedeutete früher aufstehen und mich nach dem Training im Auto umziehen und Frühstück essen, damit ich es rechtzeitig zur Schule schaffte. Aber es hatte sich alles rentiert. Im selbem Jahr (1999) habe ich die British Novice Championships gewonnen, wo ich das Jahr davor nicht mal die Qualifikation für das Kurzprogramm geschafft hatte!

Aber bald schon verließ mich wieder das Glück. Die Unternehmensleiter beschlossen eines Tages, dass sie die Eishalle schließen werden, um sie für andere Dinge zu nutzen. Also trainierte ich jetzt von 4-6 Uhr früh in Whitley Bay in einer Eishalle, die über eine Stunde Fahrt entfernt lag. Ich trainierte von Mittwoch bis Sonntag. Meine Mutter und ich sind um 2 Uhr aufgestanden und haben das Haus um 2:30 Uhr jeden Morgen verlassen. Das war über einen Zeitraum von ein paar Monaten meine einzige Eisstunde am Tag. Im Sommer 2000 haben meine Trainer einen Job in Dundee, Ostküste Schottland über Edinbrough, angeboten bekommen. Also verließ ich im August oder September (kann mich nicht mehr genau erinnern) mein zu Hause und zog nach Schottland, um zu trainieren. Dieses Jahr wurde ich in den British Championships zweite bei den Primary Ladies; zweite bei den Junior Pairs und siebte bei den Junior Ladies.

Die paar Monate in Dundee waren sehr schwer für mich. Ich wohnte mit meinen Trainern, besuchte eine Schule dort, aber ich war nicht glücklich. Das Ergebnis war, dass ich dann noch mal Trainer und Eishalle wechselte. In Januar 2001 zog ich an die Westküste Schottlands, nach Ayr, eine kleine Stadt ca. 45min entfernt von Glasgow. Dort habe ich mit einigen der besten Läufer trainiert, die es zu der Zeit in England gab. Ich trainierte mit den Britischen Meistern Alan Street und Zoe Jones, sowie dem Britischen Junioren Meister Tristan Cousins. Trainer waren Kevin Bursey, aus Kanada, und Joy Sutcliffe. Ich wohnte im Haus mit Joy und ihren Man Ronny, sowie mit sechs weiteren Läufern. Training lief gut, ich verbesserte mich und fing an, immer mehr dreifach Sprünge zu stehen. Da ich aufgehört hatte in die Schule zu gehen, hatte ich nun mehr Zeit zum trainieren. Ich trainierte jetzt 3-4 Stunden am Tag und hatte wieder regelmäßig Ballett und Athletik. Bei den nächsten Meisterschaften (Saison 2001/2002) wurde ich British Junior Ladies Champion.

Im Januar 2002 wurde uns gesagt, dass auch diese Halle schließen würde. Ich hatte wirklich kein Glück. Also zogen meine Trainerin, ich und ein paar andere Läufer am 1. Feb 2002 nach Nottingham, wo meine Trainerin ein gutes Jobangebot bekam. In den letzten zwei Jahren war ich sieben Mal umgezogen! Zu Hause ist wo das Herz ist. Nottingham hatte gute Trainingsmöglichkeiten. Wir hatten zwei Eisflächen, ein kleines Fitnessstudio und einen Ballettsaal. Wir hatten jetzt 2-3 Eisstunden am Tag und Ballett vier Mal die Woche. Neben dem Training arbeitete ich auch als Trainerin, welches ich schon in Ayr begann, und in der Skate Reception (Büro). Training und Unterkunft waren £100 pro Woche und meine Mutter verdiente nicht viel.

Im Juli 2002 hielt Nottingham die Queens Gala, mit der Anwesenheit von ihrer Majestät der Königin. Choreographiert wurde die Show von Jane Torvel und Christopher Dean. Viele Top Läufer nahmen Teil an der Show und es wurde zu einem magischen Erlebnis. Das sollte mein letzter Abend in Nottingham sein. Nachdem ich Junioren gewonnen hatte, sollte ich eigentlich zu den Junior Weltmeisterschaften fahren, aber mir wurde gesagt, dass ich nicht bereit sei und nicht fahren dürfe. Stattdessen sollte ich im nächstem Jahr (2003) erneut Junioren laufen, wo ich eigentlich Meisterklasse laufen wollte. Mir gefiel es nicht und meiner Familie auch nicht. Sie beschlossen, dass ich wieder nach Deutschland gehen soll. Also begannen Diskussionen zwischen meiner Mutter, meinem Vater und meiner neuen Trainerin Ilona Schindler. Anfang August wurde ich nach Deutschland zurück geschickt. Ich sage bewusst geschickt, da ich nicht gehen wollte.

Im August 2002 setzte ich meine Karriere mit Trainerin Ilona Schindler und Trainingspartner Steffan Lindemann in Erfurt fort. Ich belegte den 13. Platz bei den Deutschen Meisterschaften in 2003 und den 3. Platz in 2004. Meine Sprünge verbesserten sich und ich bekam immer mehr Sicherheit in meinen dreifach Sprüngen. Die Rückkehr nach Deutschland bedeutete, dass ich für zwei Jahre international gesperrt war, da ich das Land, welches ich repräsentiere, gewechselt hatte. Daraus resultierte, dass meine erste Saison mit Junior Grand Prixs auch gleichzeitig meine letzte war. Ich war erfolgreich, ich war achte bei meinem ersten JGP und vierte beim zweiten. Silvester 2004 hatte ich während meinem Training meinen Fuß schlimm verletzt. Das war genau eine Woche vor den Meisterschaften. Ich konnte kaum laufen, aber nach zwei Tagen Pause hatte ich mein Training fortgesetzt und bin die Meisterschaften mit gelaufen. Leider hielt mein Fuß nicht stand und ich konnte die Kür nach einen erneuten Sturz nicht zu ende laufen. Untersuchungen ergaben, dass ich mir Bänder innen und außen gerissen hatte und die Kapsel angerissen. Diese Verletzung hat mich in meinem Höhepunkt erwischt und ich versuche noch heute, die Sprünge, die ich damals sprang, wieder zu bekommen. Ich setzte mein Training nach ein paar Monaten Pause fort, aber ich hatte kein Erfolg und so ließ ich meinen Fuß Anfang 2006 operieren.

2007 waren meine letzten Meisterschaften mit Trainerin Ilona Schindler, ich belegte den 3. Platz. Mai 2007 wechselte ich Trainerinnen und zog zurück nach Berlin. Ich trainiere jetzt mit Karin Hendschke-Raddatz. Letzte Saison (2008/2009) wurde ich Deutsche Vize-Meisterin und war ziemlich erfolgreich in dieser Saison bei den internationalen Wettkämpfen: 1. Platz in Nizza, 3. Platz in Dortmund und 3. Platz in Holland.

Saison 2009/10: Trotz einer älteren Verletzung lief die Saisonvorbereitung gut. Aber der Schmerz wurde immer schlimmer und verhinderte ein ausreichendes Training. Im Oktober mussten wir die Saison verletzungsbedingt absagen. Es folgte dann eine erneute Operation am Fuß im November und ein Eingriff an der Hüfte im Dezember. Ich habe beide Operationen gut überstanden und hoffe Ende Januar wieder aufs Eis gehen zu dürfen.

Ausbildung

  • GCSE’s (10. Klasse Abschluss) – Ian Ramsey C of E School, England
  • Abitur – Pierre-de-Coubertin Gymnasium, Germany
  • Seit 2008 Regionalstudien Asien/Afrika – Humboldt Universität Berlin, Deutschland, angestrebter Abschluss: Bachelor of Arts

Trainer

  • Christiane Dost
  • Andy Panai – Eistanz Trainer
  • Catherine Barker
  • Simon and Debbie Briggs
  • Joy Sutcliffe
  • Kevin Bursey
  • Ilona Schindler
  • Karin Hendschke-Raddatz – derzeitige Trainerin
  • Lorna Brown – Choreograph
  • Iwo Svec – Choreograph

 

 

english   |   impressum